Ausbildung oder Studium nach dem Abschluss? Berufsmesse am Limes-Gymnasium gibt Antworten auf diese wichtige Frage.

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Welzheim. Das Abitur rückt näher – und damit die Frage, wie es nach der Schule weitergehen soll. Im Rahmen einer Berufsmesse haben Schülerinnen und Schüler des Limes-Gymnasiums darauf mögliche Antworten gefunden.

Es ist 19 Uhr und rund 150 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 12 sowie deren Eltern lauschen den einführenden Worten von Schulleiter Frithjof Stephan, der die bereits zum dritten Mal stattfindende Berufsmesse am Limes-Gymnasium offiziell eröffnet. Das Ziel der Messe ist es nicht nur, den Schülern einen Einblick in die Vielfalt von Ausbildungs- und Studienberufen zu geben, sondern auch wertvolle Kontakte in die Arbeitswelt zu knüpfen.

Schwerpunkt duales Studium

Auch dieses Jahr sind wieder zahlreiche Aussteller der Einladung des Limes-Gymnasiums gefolgt. Die Liste beinhaltet nicht nur zahlreiche regionale und überregionale Unternehmen, wie Föhl, Kärcher, Talbau Haus oder Weleda, sondern auch Stiftungen, die Stipendienmöglichkeiten darlegen, und ehemalige Schülerinnen und Schüler, die sich freuen, an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren, um ihre Studien- und Ausbildungsgänge vorzustellen. So zum Beispiel Marco Gegner, dessen Werdegang vom Abiturienten des Limes-Gymnasiums hin zum Leiter des Fitnessstudios Cleverfit in Welzheim besonders beeindruckend ist.

Ein Schwerpunkt dieses Jahr ist das duale Studium. Diese besondere Form des Studiums ist vor allem deshalb interessant, weil neben dem Studium auch die Arbeit in einem Unternehmen im Vordergrund steht. Hierzu sind besonders viele Ehemalige, wie Michelle Haller und Daniel Wiedmann, gekommen, um Studiengänge wie Wirtschaftsingenieurswissenschaften oder Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Handel näherzubringen.

20 Uhr. Die Messe ist im vollen Gange. An vielen Ständen herrscht Hochbetrieb und es ist zu spüren, dass das Format bei den Besuchern ankommt. Auch das siebenköpfige Organisationsteam um die Lehrer Jörg Brehmer und Simon Schulz ist vollauf zufrieden. Ihr Ziel war es, ein möglichst breites Angebot an Ausstellern zu präsentieren, was von A wie Architekt bis Z wie Zerspanungsmechaniker auch gelungen ist.

21 Uhr. Langsam leeren sich die Gänge des Gymnasiums. Die Infobroschüren werden wieder verstaut und das große Aufräumen beginnt. Mit vielen neuen Eindrücken und Ideen zur Berufswahl machen sich die Schülerinnen und Schüler auf den Heimweg. Damit dieser Einblick in die Berufswelt keine Eintagsfliege bleibt, haben sie in den nächsten Monaten noch ausreichend Gelegenheit, weitere Impressionen zu gewinnen: Egal ob Mitmachen Ehrensache, Boys’ und Girls’ Day, Sozialpraktikum oder Talenteschmiede – Berufsorientierung wird am Limes-Gymnasium großgeschrieben.

Technik kann spannend sein

Die Klage ist laut, und sie erklingt seit Jahren – in technischen Berufen fehlen den Firmen zunehmend die Fachkräfte. Wie dem Problem abhelfen? Die Junior-Ingenieurs-Akademie fängt damit schon früh an; am Welzheimer Limes-Gymnasium begann jetzt ein neuer Kurs.

Oana Brenner gestaltete die Auftaktveranstaltung der Schüler- und Junior-Ingenieurs-Akademie am Welzheimer Limes-Gymnasium. Foto: Palmizi

Am Limes-Gymnasium beginnt ein einjähriger Kurs für junge Technik-FansNachmittags um halb vier in einem Klassenraum des Welzheimer Limes-Gymnasiums. Sechzehn Jugendliche haben sich eingefunden, und Oana Renner von BBQ Baden-Württemberg ist angetreten, um die Schüler über den einjährigen Kurs zu informieren. BBQ hat in diesem Fall nichts mit mariniertem Grillfleisch zu tun, sondern ist eine GmbH mit Bildungsauftrag – sie führt künftige Ingenieure an vielfältige Fach- und Berufsgebiete heran und bringt sie auch mit potenziellen, zukünftigen Arbeitgebern zusammen.Dilara, Leonie und Julia haben eines gemeinsam: Sie interessieren sich für Physik und Mathe und sind neugierig darauf, wie sich so was praktisch im Beruf umsetzen lässt. Und sie sind drei von immerhin acht Mädchen, die an diesem Nachmittag mit an den Tischen sitzen. Ein Geschlechter-Verhältnis von 50:50 bei den Teilnehmern (erklärt Oana Renner später) ist ungewöhnlich; normalerweise sind von fünfzehn Kursabsolventen vielleicht drei weiblich.

Vorlesungen an der Fachhochschule in Aalen

Was genau passiert in der Junior-Ingenieurs-Akademie? Es werden Seminare abgehalten, praktische Projekte durchgeführt, Firmen und Vorlesungen besucht, zum Beispiel an der Hochschule in Aalen. Am nächsten Donnerstag gibt es in der ersten Kursstunde ein Teamtraining, und das ist wichtig, denn die technischen Projekte, die im kommenden Jahr entwickelt werden sollen, sind keine Soloflüge. Die Schüler müssen lernen, zusammenzuarbeiten und sich aufeinander einzustellen. An die frische Luft wird es auch gehen, zu Exkursionen und zum praktischen Training. Als von „Regen und wasserfester Kleidung“ die Rede ist, kommt aus der ersten Reihe die vorsichtige Anfrage nach einem ärztlichen Attest, und Gekicher läuft durch die Bankreihen.

Robotik ist dabei ein großes Thema

Großes Thema im Kurs ist die Robotik. Dabei arbeitet man mit Lego Brainstorms. Man baut Geräte, die alle möglichen Aufgaben erledigen können, man programmiert sie mit Java und bringt sie zum Laufen. Das ist kreativ, spannend und hoffentlich unterhaltsam genug, um die Schüler bei der Stange zu halten. Und sie sind ein guter Anfang, um in eine Berufssparte zu starten, in der Fachleute dringend gesucht und gebraucht werden. Und in einem Jahr werden die fertigen Projekte beim Kursabschluss präsentiert.Jana Trost, Lehrerin für Physik und Mathematik, freut sich über das Interesse der Schüler. Es gab so viele Bewerbungen, dass man das Projekt auf die neunten Klassen beschränkt hat, und dass so viele Mädchen dabei sind, führt sie auf die eigene Arbeit zurück. „Das sind spannende Fächer“, sagt sie strahlend. „Und ich hab’ mir gewünscht, dass meine Begeisterung ansteckt. Offenbar hat das geklappt.“