Berufsmesse als Orientierungshilfe

In den Klassenzimmern des Welzheimer Limes-Gymnasiums wurden zahlreiche Berufe vorgestellt

Welzheim. Für junge Menschen, die sich für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden müssen, wenn sie ihre Schullaufbahn abgeschlossen haben, wird es immer unübersichtlicher und schwieriger, aus der Vielzahl der Möglichkeiten die für sie richtige herauszufinden. Dazu gab es am Donnerstagabend eine Berufsmesse am Welzheimer Limes-Gymnasium als Orientierungshilfe.

Schulleiter Frithjof Stephan stellte zu Beginn der Berufsmesse das „Fach“ WBS (Wirtschafts-, Berufs- und Studienorientierung) vor, das von Klasse 8 bis 10 regulär mit je einer Wochenstunde unterrichtet wird, ab Klasse 5 aber als Querschnittsaufgabe in verschiedenen Fächern bei entsprechenden Themen präsent ist und in eigenen Veranstaltungen vertieft wird.

Eine solche Veranstaltung hatte am Vormittag die Klasse 8 absolviert – in Gruppen hatten die Schülerinnen und Schüler fünf Welzheimer Betriebe in einer „Wirtschafts-Rallye“ erkundet. Am Abend bewirteten sie Besucherinnen und Besucher der Berufsmesse mit Vesper und Getränken. Diese konnten sich an über 20 Stationen über Angebote, Anforderungen und Aufgaben verschiedener Betriebe informieren. Darüber hinaus stand auch Dieter Mannschreck von der Agentur für Arbeit für Gespräche zur Verfügung.

Ein früherer Schüler des Limes-Gymnasiums, Jonathan Weiß, gab Auskunft über seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei der Firma Konz. Ein anderer Ehemaliger, Zahnarzt Dr. Rainer Sorg, gab Auskunft über einen klassischen Beruf, der an der Universität studiert wird, ebenso Rechtsanwalt Dr. Mühlberger.

Vielseitiges Berufsfeld eines Architekten

Mit einem Studium an der Fachhochschule oder an der Universität kann man Architekt werden, wobei eine Ausbildung in einem Bauberuf durchaus ein Vorteil ist. Günter Brecht informierte anhand eines Modells vom Anbau des Gymnasiums über das vielseitige Berufsbild. Wer ein Studium in Deutschland ins Auge fasst, begegnet neben intellektuellen Herausforderungen auch solchen finanzieller Art.

Kirchliche und parteinahe Stiftungen können da eine Hilfe sein. Am Donnerstagabend waren sie vertreten durch die Evangelische Studienstiftung, die Friedrich-Ebert- und die Friedrich-Naumann-Stiftung. Die Bewerber sollen die Werte mittragen, für die die Stiftung steht, tolerant, weltoffen, politisch und gesellschaftlich interessiert und sozial engagiert sein. Mitgliedschaft in einer Konfession oder Partei ist nicht Voraussetzung. Gemessen an den Interessen der Besucherinnen und Besucher – darunter auch nicht wenige Eltern – war am Donnerstagabend die parallele Ausbildung an einer Dualen Hochschule und im Betrieb der Renner – die Vorteile sind für Bewerber und Betrieb nicht zu übersehen. Neben der finanziellen Absicherung und der Wahrscheinlichkeit der Übernahme nach dem Abschluss als Bachelor kann der Betrieb den jungen Mann, die junge Dame sofort einsetzen. Aber auch ein Studium an einer Uni oder FH kann angehängt werden. Das ist nicht nur bei den vertretenen Industriebetrieben ZF, Föhl, Chr. Bauer und Kärcher so – eine BWL/International Business-Studentin berichtete begeistert von ihrer Ausbildung. Auch im sozialen Bereich – etwa der Diakonie Stetten oder im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe – besteht diese Möglichkeit, ebenso bei der AOK. Die Finanzverwaltung kennt das duale Studium im Prinzip schon seit über 40 Jahren, meinte die Ausbildungsleiterin Irmgard Kolb vom Schorndorfer Finanzamt. Der Abschluss heute trägt den klangvollen Namen „Bachelor of Laws“. Die erste Frage, mit der sie und ihre jungen Kolleginnen / ihr junger Kollege konfrontiert wurden, war: „Was macht ihr eigentlich auf dem „Finanzamt?“ Tatsächlich ist auch da die Ausbildung unglaublich vielseitig und qualifiziert nicht nur für die Verwaltung, sondern auch für große Unternehmen und natürlich für die Tätigkeit als Steuerberater. Komplexe Organisationen wie etwa Polizei und Bundeswehr bieten eine Fülle von Berufs- und Arbeitsplätzen.

Die Teilnehmer an der Bildungsmesse sind auch Partner der Schule, indem sie Praktikumsplätze bereitstellen oder ihr Haus für Betriebsbesichtigungen öffnen. Manche unterstützen die Schule darüber hinaus auch finanziell und/oder durch besondere Maßnahmen.

Dazu gehören der Handels- und Gewerbeverein (HGV), die Volksbank und in Kürze auch das Wirtschaftsforum Welzheim. Die Kreissparkasse gehört zu den ältesten Partnern in Bezug auf das Thema Bewerbung, erster Eindruck …. Die Firma Lidl gibt mit dem Assessment Center Training einen Einblick, wie man versucht, geeignete Leute auf die zu ihrer Persönlichkeit passenden Plätze zu bringen bzw. umgekehrt bestimmte Plätze mit den optimalen Leuten zu besetzen – im beiderseitigen Interesse. Denn auch in einer mobilen Gesellschaft ist ein Beruf doch etwas verhältnismäßig Dauerhaftes (Berufung!), das man nicht wie ein Hemd wechselt – er sollte schon passen! Je weniger man dabei dem Zufall überlässt, desto besser.