Konzert mit Vielfalt und Qualität

Schülerinnen und Schüler des Welzheimer Limes-Gymnasiums zeigten ihr Können

„Vielfalt und Qualität“ versprach Frithjof Stephan, der Leiter des Limes-Gymnasiums. Es war wieder so weit für „Limes in Concert“, die alljährliche Veranstaltung, bei der sich der Fachbereich Musik der Schule den Eltern und der interessierten Öffentlichkeit vorstellt.

Frisch und unerschrocken eröffnete der Unterstufenchor, geleitet von Monika Böhm, den Abend mit dem „Yellow Submarine“ der Beatles. Die Mitglieder des Chores dürfen bei der Auswahl des Programms mitreden. Und wahrscheinlich sind unter ihnen nicht wenige Santiano-Fans. So gelangte auch der „Garten Eden“ ins Programm, der auf dem englischen Lied „Scarborough Fair“ fußt, ebenso wie „Leinen los“. Dessen ursprünglicher Titel ist „Santiano“, wie auf dem Programmblatt richtig vermerkt, nach dem sich die Gruppe auch benannt hat. Mit feinem Piano endete „Mad World“ der Gruppe „Tears for Fears“ und der mit reichem Beifall belohnte Auftritt des Chores.

Dynamisch gestaltet, mit viel Temperament

Mit „Samba“ und „Conga“, für Klavier zu vier Händen dynamisch gestaltet, voller Temperament und voller Energie entführten Hannah Krell und Annika Aßmann ihr Publikum in lateinamerikanische Gefilde, Hannah reichte dann noch ein spätromantisches „Poetisches Tonbild“ von Edvard Grieg mit nordisch-folkloristischen Elementen nach – klasse.

Die 6. Klassen mit ihrer Musiklehrerin Elisabeth Grupp begleiteten ihren Song „Lieblingsmensch“ (Hanan Hamdi) mit „Boomwhackers“, den „Mother Earth Round“ (round, engl = Kanon) mit Orffschem Instrumentarium. Ein schönes Beispiel, wie man alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse bzw. eines Jahrgangs zum Singen, Musizieren und Mitmachen begeistern kann. Selin Ceylan hat immer wieder bei verschiedenen Gelegenheiten beachtliche eigene Kompositionen aufgeführt. Beim Konzert am letzten Donnerstag war es „Requiem für M.“ Es führte über wuchtige Akkorde zu feinen Zwischenspielen, im Ausdruck verschiedener Stimmungen erinnerte es gelegentlich an Tschaikowski und an Chopin.

Die jungen Menschen aus Jahrgangsstufe 1 mit zweistündigem Musikunterricht haben den Popsong „Stay with me“ selbst einstudiert, mit Schlagwerk und Klarinette arrangiert und überzeugend aufgeführt – Selin Ceylan begleitete routiniert am Klavier. Zusammen mit Anna-Lena Hinderer musizierte sie den ersten Satz aus Francis Poulencs (1899-1963) Sonate für Flöte und Piano, ein sehr anspruchsvolles, aber auch ganz reizendes Werk mit Schnörkeln und Trillern und blitzsauber perlenden raschen Tonfolgen.

Der Mittel- und Oberstufenchor, geleitet von Iris Maringer, begeisterte mit „Vois sur ton Chemin“ aus den Film „Les Choristes“ (die Kinder des Monsieur Mathieu), mit „Africa“ (Toto) und ganz besonders mit Leonard Cohens anrührendem „Hallelujah“. Die Big Band der Schule in ihrer derzeitigen Besetzung hat wenig Ähnlichkeit mit einer klassischen Besetzung. Statt resignierend zu sagen: „Da wir dieses Jahr keine Trompeten, Posaunen und Saxofone an der Schule haben, gibt’s auch keine Big Band“, zeigten die Jugendlichen mit ihrem Leiter Martin Rebholz, dass man auch mit fünf Querflöten, Klavier, E-Bass, E-Piano und Percussion tolle Musik machen kann, beispielsweise bei dem Jazz-Klassiker „It don’t mean a Thing“ und einer frühlingshaft-beschwingten Samba.

Der junge Ausnahme-Pianist Vitus Polley (Klasse 8) präsentierte ein bis in Einzelheiten ausgefeiltes Programm – zuerst Bachs rasend schnell und dennoch mit sagenhaft präzisem Anschlag gespieltes Präludium G-Dur aus dem Wohltemperierten Klavier Teil I. Dann folgten Chopins Etüden 1-4 aus op. 10 mit halsbrecherischen Tonfolgen, dabei dank auch des sehr dezenten Pedaleinsatzes transparent dargeboten, die berühmte Nr. 3 mit unglaublich schöner Gestaltung der langsamen Teile. Obwohl sie den Beinamen „Tristesse“ trägt, würde der ursprüngliche Beiname „Romanze“ vielleicht besser passen.

Mit drei Szenen wurde zuletzt an das im Februar mit viel Erfolg aufgeführte Musical „Schule der Grausamkeit“ von Peter Haury (Text, Regie) und Elisabeth Grupp (Musik) erinnert.

Martin Rebholz erinnerte zum Schluss an die viele Arbeit bei der Vorbereitung des Konzerts, die Sonderproben, das Engagement seiner Kolleginnen und Kollegen, der Schülerinnen und Schüler. Es hat sich gelohnt: „Ein wunderbarer Abend.“

Wolfgang Hänle,  08.04.2019