Regen, nasse Wege, schlammige Passagen und kühle Temperaturen: Die jüngste Ausfahrt des Seminarkurses Alpencross fand unter Bedingungen statt, die viele Freizeitsportler eher von einer Radtour abhalten würden. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war genau dieses Wetter jedoch eine wertvolle Gelegenheit, wichtige Erfahrungen für die geplante Alpenüberquerung zu sammeln.
Ziel der Trainingseinheit war es, die Ausrüstung unter realistischen Belastungen zu testen. Dabei wurde überprüft, ob Kleidung, Schuhe, Handschuhe und Gepäck auch bei Starkregen und Schlamm zuverlässig funktionieren. Gerade bei einer mehrtägigen Alpenüberquerung können die Wetterbedingungen innerhalb kurzer Zeit umschlagen. Es ist keine Seltenheit, dass eine Etappe über mehrere Stunden hinweg bei Regen absolviert werden muss. Deshalb war es für alle Beteiligten wichtig zu erfahren, wie sich die eigene Ausrüstung bei Nässe verhält und wo gegebenenfalls noch Verbesserungsbedarf besteht.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Gefahren der Auskühlung. Während körperliche Belastung zunächst für ausreichend Wärme sorgt, kann anhaltender Regen in Verbindung mit Wind und längeren Abfahrten schnell zu einem erheblichen Wärmeverlust führen. Die Teilnehmer beschäftigten sich deshalb mit geeigneten Maßnahmen, um auch bei schlechten Wetterbedingungen leistungsfähig und gesund zu bleiben. Besonders bei Alpenetappen, die unter Umständen fünf Stunden oder länger dauern, ist dieses Wissen von großer Bedeutung.
Neben den Aspekten der Ausrüstung und Sicherheit wurden auch die veränderten Fahreigenschaften verschiedener Untergründe thematisiert. Nasser Asphalt, feuchter Schotter und schlammige Waldwege stellen deutlich höhere Anforderungen an Fahrtechnik und Konzentration. Bremswege verlängern sich, die Reifenhaftung verändert sich und Kurven müssen deutlich vorsichtiger gefahren werden. Die Teilnehmenden konnten diese Unterschiede direkt erleben und wichtige praktische Erfahrungen sammeln.
Der sportliche Teil der Ausfahrt führte in den Welzheimer Wald, der trotz des Regens mit seiner abwechslungsreichen Topografie ideale Trainingsbedingungen bot. An verschiedenen Anstiegen wurden unterschiedliche Belastungsintensitäten gefahren. Dabei standen auch sportwissenschaftliche Fragestellungen im Mittelpunkt. Unter Pulskontrolle wurden verschiedene Tempi getestet und deren Auswirkungen auf die Belastungssteuerung analysiert. So konnten die Teilnehmer wertvolle Erkenntnisse für die optimale Einteilung ihrer Kräfte auf längeren Bergpassagen gewinnen.
Das Fazit der Ausfahrt fällt eindeutig aus: Auch bei Regen und widrigen Bedingungen ist sportliches Mountainbiken möglich. Mit der richtigen Ausrüstung, angepasster Fahrweise und einem bewussten Umgang mit den eigenen Belastungsgrenzen können selbst anspruchsvolle Trainingseinheiten sicher und erfolgreich durchgeführt werden. Die Regenfahrt stellte damit einen wichtigen Baustein in der Vorbereitung auf das große Ziel des Seminarkurses dar – die Alpenüberquerung mit dem Mountainbike
Seminarkurs Alpencross trotzt dem Regen – wichtige Erfahrungen für die Alpenüberquerung gesammelt
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